Es ist nicht immer viel, was Yvonne Georgi täglich in ihrem Tagebuch festhält. Meist handelt es sich eher um eine Auflistung ihrer Besuche von Tanzveranstaltungen, ihrer Proben oder ihrer Treffen mit diversen Personen. So kurz und knapp die Einträge oft auch sind, so hält sie daneben aber recht durchgängig doch noch einen weiteren Aspekt ihres Tagesablaufes fest: Das Essen.

Fast täglich schreibt sie auf wo oder um wie viel Uhr sie zu Mittag oder zu Abend gegessen hat. Auch wenn sie kaum Zeit zum Essen hat, trägt sie dies ein: … „1/2 9 aufstehen. Abreise ohne Frühstück. […] Im Zug gefrühstückt.“. Gespeist wird an verschiedenen Orten – Zuhause, bei Bekannten oder im Restaurant – am häufigsten erwähnt wird jedoch das Hotel Bristol.  Ebenso spiegelt sich durch ihre Angaben aber auch ihre Reisetätigkeit wider. So berichtet sie von einem Abenddiner auf dem Schiff oder Mahlzeiten im Speisewagen. Auch für sie besondere Gegebenheiten finden einen Platz in ihrem Tagebuch: „Dann zusammen essen gegangen in ein japanisches Restaurant. Sehr hübsch auf schwarzen Tabletten. Das Essen wird auf dem Tisch gekocht u. mit Stäbchen gegessen“

Während sie gerne notiert, ob sie sich auf einen Kaffee oder einen Tee mit jemanden getroffen hat, erwähnt Yvonne Georgi jedoch selten, was sie gegessen hat. Nur gelegentlich – meist, wenn sie mit Harald Kreuzberg speist - schreibt sie dies auf. So hält sie fest, sie habe eine „Gemüseplatte mit Harald geteilt u. Obstsalat“ und ein paar Wochen später, dass sie mit ihm Austern gegessen hat. Nicht alles, was ihr bei ihrer Reise in die USA vorgesetzt wird, findet dabei ihr Gefallen. So notiert sie zu einem Essen bei Bekannten während der Reise: „Da gab es die geschmacklosesten Dinge zu essen, scheinbar echt amerikanisch, die ich je gesehen. – Pfefferminz mit Notenmottos u. Blumenarrangements aus Zucker.“

Miriam Mende | Deutsches Tanzarchiv Köln

Foto Bildunterschrift: Bestand 020 Yvonne Georgi | Yvonne Georgi und das Essen © Miriam Mende | Deutsches Tanzarchiv Köln