Valeria Kratina studierte von 1910 bis 1914 bei Émile Jaques-Dalcroze in Hellerau, anschließend unter anderem bei Rudolf von Laban, Mary Wigman und Vaslav Veltchek in Paris, hatte 1915–19 eine Tanzschule in München und gab dort 1916 ihren ersten eigenen Tanzabend. Von 1919–25 unterrichtete sie an der Neuen Schule Hellerau, rief dort ihre eigene Tanzgruppe ins Leben und übersiedelte 1925 mit der Schule nach Laxenburg bei Wien, wo sie die Tanzausbildung übernahm und von wo aus sie mit ihrer Gruppe zahlreiche Europatourneen übernahm. Von 1930–33 war sie Ballettmeisterin in Breslau, 1933–37 in Karlsruhe und 1937–44 in Dresden. Gast-Inszenierungen führten sie u. a. an die Berliner Kroll-Oper, an die Wiener Staatsoper und 1940 an die Deutsche Tanzbühne Berlin (Till Eulenspiegel, mit Harald Kreutzberg, Mus.: Richard Strauss). Größere Choreographien von ihr waren u. a. L'Homme et son desir (Mus.: Darius Milhaud, 1923), Der holzgeschnitzte Prinz (Mus.: Bela Bartók, 1923), Der verlorene Sohn (Mus.: Prokofjew, Breslau 1932), Der Teufel im Dorf (Mus.: F. Lhotka, Karlsruhe 1935), Das Dorf unter dem Gletscher (Mus.: H. Sutermeister, Karlsruhe 1937), Jeu de cartes (Mus.: Strawinsky, europ. EA Dresden 1937), Sinfonischer Kolo (Mus.: J. Gotovac, Dresden 1939) und Carmina Burana (Mus.: Orff, Dresden 1940).

Ihrer "Tanzgruppe Kratina der Schule Hellerau" gehörten u.a. ihre Schülerinnen Rosalia Chladek und Alice Uhlen an.

Valeria Kratina wurde von vielen namhaften Fotografen wie Hugo Erfurth, Hans Robertson, Konrad Weidenbaum, Georg Fayer, Erica Stroedel oder Erna Lendvai-Dircksen fotografiert. Sie fand Eingang in die bildende Kunst unter anderem in Lithographien von Ottheinrich Strohmeyer-Platenius (1919), Radierungen von Walter Ernst Zeising (1924), Scherenschnitten von Ernst Moritz Engert und durch eine dem Deutschen Tanzarchiv Köln zugesagte, aber verschollene Büste von Carl Albiker.